Theorie der tiergestützten Therapie

Was ist tiergestützte Therapie

 

 

 

Der Einsatz von Tieren in Therapie und Pädagogik.

Die  Beziehung Menschen zu den Tieren ist deshalb so eng, weil sie über Seeleneigenschaften verfügen, die auch wir in uns tragen: Sie freuen sich, sie werden wütend oder störrisch, sind listig, geduldig, majestätisch, quirlig, lahm, aggressiv oder giftig. Sofort fallen uns die dazu passenden Tiere ein. Sie bevölkern unsere Märchen, Fabeln und Geschichten und gehören in ihrer positiven wie negativen Ausprägung zu unserer Alltagssprache und zur Literatur. Viele  Sternbilder sind nach ihnen benannt.

Schon die Griechen nutzten Natur- und Tiertherapien so wie wir heute auch.

Tiergestützte Therapie und Pädagogik sind mittlerweile anerkannte Methoden und ihre Wirksamkeit ist erforscht.

In der modernen Naturtherapie wird die Erlebnisaktivierung als Weg der Heilung- und Förderung genutzt. Auch schwer zu erreichende Klienten, wie z.B.  jugendliche Suchtkranke, psychisch Kranke oder alte Menschen werden durch tiergestützte Therapien erreicht. Hunde, Pferde usw. gelten als „Delphientherapeuten“ des Festlands. Ein wissender und weiser Umgang mit dem Tier kann erlernt werden. Der Respekt vor dem Tier und seine artgerechte und natürliche Haltung ist die Grundlage für schöne Blicke auf die Tiere  und die Erfahrung, dass auch sie  von sich aus den Kontakt zu Menschen suchen. Eingebettet in die Natur, in Wald und Feld entfalten die tierischen Therapeuten eine hohe Wirksamkeit. Menschen können Beziehungen zu Tieren entwickeln, wenn es ihnen bei Menschen schwer fällt.  Menschen können sich in Tiere einfühlen, genau wie in Menschen und dabei auch Kontakt zu eigenen vitalen Kräften und Potentialen wiedererlangen. Beziehungsfähigkeiten können neu entstehen. Therapeutisch begleitet wird Sinnliches erleben und dann Verstehen  um dann neuen Sinn zu finden. Tiere sind in ihrer Feinspürigkeit und in ihrem Spiegeln des menschlichen Verhaltens gute Therapeuten, mit den menschlichen Therapeuten zusammen gelingt dann der Transfer auf das eigene Leben. Neue Beziehungserfahrungen können gemacht werden um sie dann im  eigenen Leben umzusetzten: Zuwenden, spüren, erfahren, sprechen, verstehen, neue Ideen entwickeln sind wertvolle Erfahrungsprozesse.

 

Tiergestützte Therapie ermöglicht einen Ausstieg aus der (erlernten) Hilflosigkeit, dem Erleben von Nutz- und Sinnlosigkeit, indem das Gefühl vermittelt wird: ich kann etwas Sinnvolles tun und ich  kann etwas bewirken. Durch die „Freude am Lebendigen“ kann sich wieder die Freude am eigenen Leben erschließen und neue Ideen und Handlungsweisen erschließen sich. Schöne, sinnliche Erfahrungen können heilend wirken und in der therapeutischen Begleitung erschließt sich neuer Sinn auf das eigene Leben bezogen.



Als Fluchttiere und soziale Herdentiere beobachten Pferde ständig ihre Umwelt und reagieren feinfühlig auf Körpersprache, Gefühle und auch die geistige Verfassung der Menschen. Ein positiver Kontakt zu ihnen entsteht, wenn Menschen sich klar und eindeutig verhalten, die Führungsposition übernehmen und einen fürsorglichen Umgang mit den Tieren haben. Pferde eigenen sich  auf Grund ihrer sozialen Fähigkeiten gut zur Therapie. Pferde spiegeln die Körpersprache des Menschen und geben eine direkte Rückmeldung auf unser Verhalten. Beeinträchtigungen werden vom Pferd nicht als solche empfungen, sie sind zugewandt, genießen Körperkontakt, Streicheln und Putzen.

Pferde können helfen in das eigene Gleichgewicht und in die eigene Mitte zu kommen, sowohl körperlich als auch seelisch.

Menschen die in die Reittherapie kommen sind z.B. seelisch belastet, unruhig oder schüchtern. Manche haben wenig Selbstvertrauen oder können sich schlecht konzentrieren. Oder sie hatten belastende Erlebnisse, unter denen sie  leiden.

Auch therapiemüde Kinder kommen gern zu den Pferden und anderen Tieren.

Beim Reiten werden ca. 100 Muskeln in der Minute bewegt und trainiert. Gleichzeitig trägt Reiten zur Entspannung bei. Durch das Suchen nach dem Gleichgewicht werden Muskeln aktiviert und der Reiter kommt langsam  in die eigene Mitte. Die Atmung verändert sich, Entspannung entwickelt sich und das Sprechen fällt leichter. Das Gefühl getragen zu werden wirkt unterstützend. Es ermöglicht die Erfahrung mit einem Bewegungsrythmus in einer Schaukelbewegung und frühkindliche Bedürfnisse des "Getragen-werdens" können befriedigt werden. Die Wahrnehmung und die Koordination verbessern sich.

Durch den Umgang mit dem großen Tier kann eine Erfahrung der eigenen Stärke und der Selbstwirksamkeit  gemacht werden. Um die Pferde leiten zu können ist  die eigene Selbstkontrolle wichtig um ruhig und souverän sein zu können. Der Kontakt zum  Tier führt zur Entwicklung von mehr Verantwortungsbewußtsein und Empathie. Erlebtes dominiert werden  kehrt sich im Kontakt mit  den Tieren um und die Klienten kommen in die Rolle des Führenden und Sorgenden.

Erfahrungen  mit dem eigenen Kraftpotentential und den eigenen Resourcen werden gemacht.

 

 

 

 

Tiergestützte Therapie

 

Ziele der tiergest. Therapie sind Selbständigkeit, Verantwortungsbewußtsein, soziale Kompetenz.

 

  1. Situation- und Problemanalyse, Definierung von Therapiezielen

  2. Therapie von Problembereichen

    Therapie von Leistungsbereichen

    Be- und Verarbeitung von Konflikterleben, belastenden Erlebnissen, Lösung emotionaler Blockaden und Konflikterleben

    Reduzierung sozialer Ängste

  3. Entwicklung neuer Perspektiven

 

 

 

Gründe:

 

Sehnsucht nach der archaischen Nähe zwischen Menschen und Tieren, Nähe zu den archaischen Wurzeln führt zur Stärkung der psychischen Gesundheit

 

 

 

Tiere als Partner

 

 

 

Der Mensch sucht positive Bindungsserfahrungen auch um sie auf die Beziehungen zu Menschen zu übertragen

 

Tiere können im ähnlichen Maße wie Menschen Sozialkontakte für Individuen darstellen und in diesem Zusammenhang beziehungsfördernd wirken. Menschen, die auf Grund von ungünstigen Bindungsmustern oder Bindungsproblemen Schwierigkeiten haben, könnten diese bereits gebildeten Bindungsmuster bei der Arbeit mit Tieren positiv beeinflussen und modifizieren. Sie hätten dadurch die Möglichkeit, ihre Probleme zu verstehen und zu lösen. Menschen mit gestörten Bindungsmustern könnten hier porfitieren.

 

 

 

Spiegelneuronen

 

Durch emotionale Resonanzphänomäne fühlt sich der Mensch durch Tiere beruhigt, sicher usw.

 

 

 

 

 

 

 

Wirkbereiche tiergestützter Therapieziele

 

 

 

Körpergefühl: Förderung der Gesamtbeweglichkeit

 

Förderung der Ausdrucksfähigkeit

 

Bildung eines Körpergefühls

 

 

 

Kognition: Fähigkeit zur Analyse sozialer Situationen

 

 

 

Wahrnehmungsfähigkeit steigern durch Beobachten

 

 

 

Sozialverhalten: verdrängte Bedürfnisse nach Kontakt können im Umgang mit Tieren reaktiviert werden. Erlernt werden können Rücksichtnahme, Sensibilität, Selbstbehauptung und vorausschauendes Denken und Verantwortung.

 

Erfahrungen mit Tieren können auf dem mit Menschen übertragen werden und so findet soziales Lernen statt was wiederum das Selbstwertgefühl steigern kann. Der Klient macht durch das Tier die Erfahrung gemocht und gebraucht zu werden

 

 

 

Emotionalität:

 

Steigerung der Selbstkontrolle und Erhöhung der Frustrationetoleranz, Erzeugen positiver Gefühle

 

 

 

Sprache: durch die Kommukation mit dem Tier kann die Sprachkompetenz gesteigert werden.

 

 

 

Interationsfähigkeit: das auf einander bezogene Handeln, wird gesteigert

 

 

 

Selbstwirksamkeit wird gesteigert

 

 

 

Grundlage der Therapie ist ist eine tragfähige und empathische Beziehung zwischen Therapeut und Klient. Die Therapie wirkt, wenn der Patient hier Entlastung empfindet. Innerhalb dieser Beziehung ist das Tier auch Medium und gemeinsamer Bezugspunkt.

 

 

   

 

Naturerlebnisse mit Tieren, Garten und Wald --------------------------------------------------------------

 

Die Naturtherapien in einer modernen naturfernen Gesellschaft haben große Wichtigkeit genau wie ihre Zielsetzung positive Sinneseindrücke zu ermöglichen und Entfremdung zu reduzieren.

 

Ästhetische und meditative Erfahrungen sind Wege um Heilungs- und Gesundungsprozesse voranzubringen. Wir werden mit allen Sinnen durch Pflanzen, Erde, Blumen, Früchte oder auch durch Pferde, Gänse, Schweine angesprochen. Das Erfahren, das Leben wächst, die eigene Konzentrationsfähigkeit zunimmt und „geistige Frische“ entsteht macht den Kontakt zu Pflanzen, der Natur und den Tieren sinnvoll. Anregendes und Heilsames wird aufgenommen, verarbeitet und neue Impluse entstehen aus uns heraus. Neue „neuronale Bahnungen“ entstehen und damit bereichende Gedankenmuster. Der Mensch kann sich im Kontakt mit der Natur, im Bezug zum Tier und in der Gartenarbeit selbst finden, Schönheit, Gemeinschaft und eine „Freude am Lebendigen“ kann erlebt werden. Erfahrungen, die die Freude an sich selbst und am Mitmenschen eröffnen.

 

 

 

Menschlichkeit, mit ihren Werten wie   Mitgefühl, Respekt, Toleranz, Achtung, Freiheit usw.  können wir in unserer Beziehung zu Tieren lernen und entwickeln.